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Presseberichte

 

Der Neue Tag, Montag, 14. Januar 2008

 

Eine Klasse zum Berufseinstieg

 

Künftig mehr Praxisnähe für angehende Azubis - Arbeitskreis tagt

 

Schwandorf. (rid) Mit seiner "Hauptschulinitiative" will der Freistaat einen Bildungszweig stärken, aus dem das Handwerk immerhin zwei Drittel seiner Lehrlinge rekrutiert. "Die Reform ist kein blinder Aktionismus, sondern führt zu einer effektiveren Verbesserung", zeigte sich Schulamtsdirektor Anton Stierstorfer bei einem Treffen des Arbeitskreises "Schule-Wirtschaft" im Fortbildungszentrum Charlottenhof überzeugt.

Mit einer individuellen Förderung schwacher Schüler in Ganztageseinrichtungen will Bayern in den nächsten Jahren der Zahl der Jugendlichen ohne Abschluss verringern. "Da sind wir auf einem guten Weg", glaubt der Schulamtsleiter. Seine Forderung an den Staat: Bessere personelle und sachliche Ausstattung der Hauptschule. Er könne die düsteren Prognosen, die diesem Schulzweig vielfach gestellt würden, nicht teilen, so Stierstorfer. Die Hauptschule betont künftig noch stärker den Praxisbezug und arbeitet eng mit der Berufsschule zusammen.

Deren Leiter Ralf Bormann stellte das neue Konzept der "Berufseinstiegsklasse" vor, in der künftig Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag zusammengefasst werden. An zwei Vormittagen in der Woche bekommen sie Deutsch- und Mathematikunterricht an der Hauptschule, ein Tag ist für die "berufliche Grundbildung" an der Berufsschule vorgesehen, und zwei Tage befinden sich die Schüler im Praktikum in den Betrieben.

 

Die Hauptschullehrkräfte des Arbeitskreises fordern "noch mehr Praxis". Diese Schülerklientel sei neun Jahre lang an der Theorie gescheitert und deshalb wenig motiviert für weiteren Unterricht im Klassenzimmer. Über eines waren sich alle Lehrer, Handwerksmeister und Schulleiter des Arbeitskreises einig: Die Eltern müssen stärker in die Verantwortung genommen werden.

Kreishandwerksmeister Christian Reindl klagte über das "geringe Durchhaltevermögen mancher Praktikanten", die in ihrer Trägheit vom Elternhaus auch noch unterstützt würden. Dies bestätigten auch einige Lehrkräfte: "Die Eltern befreien ihre Kinder reihenweise vom Sportunterricht".

Reindls Vorgängerin und Friseurhandwerksmeisterin Ria Achhammer beobachtet: "Aussiedler- und Ausländermädchen sind wesentlich belastbarer als einheimische". Stierstorfer und Reindl dankten der langjährigen Kreishandwerksmeisterin für die Mitarbeit im Arbeitskreis und verabschiedeten Ria Achhammer mit Blumen.

 

Schulamtsdirektor Anton Stierstorfer (rechts) und Kreishandwerksmeister Christian Reindl (links) bedankten sich bei Ria Achhammer für die langjährige Mitarbeit im Arbeitskreis mit Blumen

Bild: rid

© Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT im Landkreis Schwandorf

www.aksw-sad.de